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Koutelakis Haris

Dr Archaeologist

Taubenschläge, Bobolies und Kol’baries auf der Insel Tinos

In Bezug auf die Taubenschläge (Peristeriones) haben die entsprechenden Recherchen mit Fragebögen an die Bauern und Handwerker gezeigt, dass die Einwohner von Tenos / Tinos Tauben nicht nur wegen ihres Fleisches und der Tierproteinzufuhr züchten, (Tauben brüten bis zu 6 Mal im Jahr und die Beobachtung ihres Sexuallebens hat sie vielleicht als Heilige Vögel der Aphrodite gelten lassen, welche aus der epischen Literatur als Göttin bekannt ist, die das Sexualverlangen und die Liebe aller lebenden Organismen erweckte), sondern auch für ihren Kot, der ein ausgezeichneter Dünger ist, denn er enthält einen großen Anteil an Stickstoff (s. Vokou. Auch Vallianou, Vokou. Auch Vokou et alii, 44 und Stournaras, Die Umwelt, 29 und 112, wo er andeutet, dass deren erste Erscheinung in der Zeit der Venezianischen Herrschaft stattgefunden hat). Früher benutzten die Tinos-Insulaner die Federn, das Blut und das Herz der Tauben auch, um Heilsalben herzustellen. Außerdem waren die Tauben ein wunderbares Ziel zum Schießen üben.

Die Taubenschläge auf Tinos sind zweigeschossige quadratische Bauten 3x4x5m. Sie verfügen über eine Tür für den Eigentümer, der das Erdgeschoss als Speicher für seine Werkzeuge benutzt, während die erste Etage die Unterkunft der Tauben ist.

In Apulien, wo es eine Menge Taubenschläge gibt, dienten die jungen Vögel als Nahrung für die Einheimischen vor allem zu besonderen Anlässen. Ein italienischer Forscher schreibt dazu: „Diese Vögel hatten einen großen Nahrungswert, deswegen wurden damit Kinder, Kranken und Alte ernährt. Es war ein begehrtes Essen, das die adligen Eltern nicht nur ihren frisch verheirateten Kindern, sondern auch hoch verehrten Gästen zu bieten pflegten“. Auf dem Peloponnes nahmen bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sogar die frisch gewordenen Mütter das Taubenfleisch als Nahrung zu sich..

Viele Fragen, die das Forscherteam der Taubenschläge auf Tinos gestellt hat, wurden entweder überhaupt nicht oder nicht vollständig beantwortet. Diese Fragen beziehen sich auf die Anzahl der Feudalherrscher auf der Insel, die sich laut schriftlicher Überlieferungen zwischen 1209 und 1715 n.Chr. auf 69 belief (Vokou 458-460), wobei die Zahl der Taubenschläge im Jahr 1985 bei 550 (Vokou et alii, 44) heutzutage bei 650 (Kontogiorgis) und im 19. Jahrhundert bei mehr als 1000 lag. Es gibt jedoch Katalogisierungen früherer Besucher-Forscher wie dem Architekten Manuel Baud-Bovy in den 50er Jahren (er ist vielleicht dieser Student, den Markos Siotis damals beauftragt hat, alle Taubenschläge auf Tinos zu registrieren. Sein Werk ist bis heute noch nicht veröffentlicht worden, aber, wie mir mein verehrter Freund Christos

Santamouris gesagt hat, nach einem Anstoß von ihm selbst, beabsichtigt der in Brüssel lebende Wirtschaftswissenschaftler Giorgos Siotis, Sohn des oben Erwähnten, alle architektonische Zeichnungen von damals zu veröffentlichen), K. Matey und Hasso Hohmann, welche die Anzahl der Taubenschläge auf 1009, 1179 und 1300 hochrechnen. Die letzte Auflistung aller Taubenschläge, die noch ganz oder halbruiniert stehen, ergibt tatsächlich eine Anzahl über 1000 (Fallacara, in Anaclerio et alii, Teil B´, Kap. IX, 9.1 bis 9.5, S.6).

Es soll erwähnt werden, dass der Taubenschlag, der sich an der Stelle „Kalamoi“ (oi) der Hauptstadt (Chora) befindet, hinter der 2011 die Umgehungsstraße gebaut wurde, sowohl in der Ost- als auch in der Westseite zwei Stücke von einer Türschwelle eingebaut trägt, datiert auf das Jahr 1788 (s. Koutelakis, Tinos alt und christlich1, Zeichnung Nr. 51d´) - ein post quem Jahr -während östlich der EKO-Tankstelle und westlich vom Staudamm an der „Vaketa“ in der Chora ein anderer Taubenschlag hoch auf seiner NW Seite ein Marmorfragment 0,20x0,20m t das eingravierte Jahr 1801 trägt. Noch ein anderer, der dem San Franziskus Kloster gehört, wird datiert auf ca. 1700. Selbst in den Kirchen-Archiven, die ich im A.K.T erforscht habe, sind solche Bemerkungen vorzufinden, beispielsweise eine aus dem Dorf Potamia, in der Mathios Palamaris seiner Tochter Augustina seinen Anteil von seinem Kolombara vererbt (Schreiben Nr. 61 von 1767).

Ebenfalls im Dorf Spilia gibt es im Testament von Ioannis Savaris vom 8. September 1797 ein vielaussagendes Zeugnis. Er hinterlässt seinem Bruder „die Sachen, die er im Dorf Monastiria hat und den Taubenschlag“, wie es auch im Schreiben Nr. 41 von 1805 aus dem Dorf Perastra als „Acker auf dem Pompali“ bezeichnet wird, eine Tatsache, die den Gebrauch des portugiesisch-spanischen Wortes pumbal als Bezeichnung für den Taubenschlag (s. Ortsnamen Perastra-Lazaros-Spilia, W Pompali) beweist. Eine veränderte Form Bobolies dieses Fremdwortes ist in verschiedenen Schreiben von 1698 zu finden, welche in Verbindung mit dem Dorf Platia stehen, sowie 1712 als Ortsname (pater Foskolos, Oxomeria II, 363-365, 472), während aus dem Dorf Steni „in Cullès ein Acker mit Weingarten und Taubenschlag“ überliefert worden ist (s. Ortsnamen Moussoulou und Pano Meri, Wort Koules). In Ktikado gibt es auch den Taubenschlag von Messinezis, offensichtlich eines Feudalherrschers oder Grundbesitzers namens Karlo Messinezis, Einwohner des Dorfes, der als Taufpate bei einer Taufe im Jahr 1747 dokumentiert wird (s. Dorf Ktikados, Kodex 1808, f. 28) und dessen Name auch der Berg „Karlo“ am Hang zu Kionia trägt (s. Koutelakis, Geschichte und Überlieferung, 12 und 125 und hier Ortsnamen von Ktikado-Hatzirado, W. Karlo). Aus dem Dorf Kambos stammt die archivarische Information über den Ortsnamen „Zwei Peristerionides“ (s. Kap. I, Dorf Kambos, und Ortsnamen von Kambos-Tarambados, W. Peristerionides), während auf den Schreiben von Potamiá auch Taubenschläge erwähnt werden, wie z.B. im Jahr 1772 „der Acker am Gourouni mit der Kolombara“ (Schreiben Nr. 81. s. Kap. I, Dorf Potamiá, ungebundene

Schreiben). Über diese schreibt Frau Yannissopoulou (s. Yannissopoulou 276-277) extra in einer ihrer Arbeiten. Aus Komi gibt es 1770 einen Abschnitt aus einem Testament, wonach es „ein Stufen-Feld am Peros, dem Hinkenden, unterhalb des Taubenschlages“ gegeben hat (s. Kap I, Dorf Komi, Schreiben 103).

Es ist auf jeden Fall ein Beschluss des venezianischen proveditore giudice Zorzi Benzon aus dem Jahr 1681 bekannt, wonach der Bau von Taubenschlägen verboten war, wenn das Feld kleiner war als man mit 10 Saattellern einsäen kann (Pater Foskolos, O Xanemitis, 121 Bemerkung 3). Diese Tatsache weist sowohl auf den Anstieg ihrer Anzahl im 17. Jhd. auf Kosten des Anbaus in benachbarten Feldern hin, als auch auf die heftigen Proteste und Anklagen der Betroffenen bei den Behörden. Nur so kann man den Kauf eines Feldes vom Notar Rugger Imperiale in Platia erklären, das er in seinen schon vorhandenen Grundbesitz eingliederte (Pater Foskolos, Oxomeria II, 363-365), um so die gesetzliche Hürde zu überwinden, die eine bestimmte Grundfläche zum Bau eines Taubenschlags voraussetzte. In

Von den vielen Taubenschlägen, die aufgrund des feudalen Rechtes eingerichtet worden waren, haben wir nur von wenigen Informationen aus Schreiben über Ereignisse und Vorkommnisse. In Megalo Chorio von Exo Meria werden 1670, 1679 und 1700 drei Taubenschläge erwähnt, einer im Gebiet Triantarou (des Priestermönschen Parthenios Menardos oder Xanemitis) und zwei in Kato Meri, von denen der eine 1726 von einem Katholischen Priester an eine Insulanerin vererbt wurde (s. P. Foskolos, Kataster, 262-263, 404-405. Desselben, Parthenios Menardos der Xanemitis, 75. Desselben „Das Recht der Peristeriones“, Tinos-Zeitung, Blatt Oktober-Dezember 2010, S. 6, wo er eigentlich alles wiederholt, was er in seinem erwähnten Buch. S. 50, schreibt. Auch Vokos, 459). Außerdem tragen einige Ortsnamen vor allem im Bereich des Dorfes Kalloni (früher Kellia) den typischen Name „Peristerionas“ und Koul´baria (Pater Fonsos, 460 und hier Ortsnamen von Komi und Kellia, Wörter). Gleichermaßen betont Pater M. Foskolos in einer neuen Archiv-Recherche, dass deren Bau mindestens ab der zweiten Hälfte des 17. Jhd. kein Privileg der Feudalherrscher war, (P. Foskolos, Parthenios Menardos der Xanemitis, 50, Bemrk. 46, und P. Foskolos, Kataster, 263, wo er denjenigen, die sich mit den Taubenschlägen beschäftigten, empfiehlt, ihre Meinung zu vergessen, dass sie ein Statussymbol der Feudalherrschaft seien. Siehe hierzu auch Kap. A´1, Soziale Gestalt). Dies jedoch bedeutet auch nicht, dass dieses Feudalrecht vorher nicht gültig war, zumal Archiv-Quellen aus dem 13. Jhd. die Fallbeispiele aus Regionen in Frankreich, England und Italien, wie Puglia (Salento, Lecce, Bari, Otranto, Leuca), wo es von Taubenschlägen nur so wimmelt, sie ausschließlich den Feudalherrschern zuschreiben (Fallacara, in Anaclerio et alii, Teil B´, Kap. IX, 9.1 bis 9.5, S. 34). Dasselbe beweisen auch die Fallbeispiele von Taubenschlägen aus Andros neben dem Patrizierhaus des Adligen Giannoulis in Amolochos und der von Bistis in Stenies (2. Hälfte des

16. Jhd.) und einige wenige aus Sifnos, die alten Feudalfamilien gehörten (s. Tourlos). Es wird sogar erwähnt, dass die Fronarbeiter und später die Zugewanderten nicht nur für das Anstreichen und die Aufrechthaltung der Taubeschläge zuständig waren, sondern auch Entschädigungen für die von den Tauben an benachbarten Äckern verursachten Schäden bezahlen mussten.

Fachwissenschaftler (s. Bernardino Sperandio, Le colombaie nell´ Umbria Meridionale, 1991 und Massimo Biondini) berichten dazu Folgendes: „Eine andere Funktion, die die turmähnlichen Taubenschläge hatten, war die von den Adligen betriebene Jagd mit Jagdfalken. Deren Existenz wird in den Dokumenten seit 1300 erwähnt und bestätigt, dass diese Bauten am Anfang als militärische Wachtürme und im Laufe der Zeit als Taubenbehausung und Züchtungsanlagen dienten.

Die Türme von 1400, die in der Region Salento übriggeblieben sind, in denen ca. 10.000 Tauben gezüchtet werden konnten, befinden sich in Carpignano Salentino, in der Gegend Cocorzo, in Parco di Ugento, der versehen mit dem Wappenzeichen des Hauses Orsini Ende 1300 gebaut wurde und einer der wenigen in Acaya und in der Gegend Franite a Maglie ist, die nach dem furchterregenden Angriff der Türken erhalten sind.

Einst hatte jede massaria, jedes castello und jeder palazzo signorile seinen Turm-Taubenschlag. Aus der Schriftenrecherchen der damaligen Zeit stellt sich heraus, dass die Taubentürme zwar 1300 gebaut wurden, ihr sozialer und wirtschaftlicher Wert sich jedoch in der Zeit vom deutschen Friedrich II. von Hohenstaufen der ein Liebhaber der Taubenjagd mit Falken war, steigerte.

Viele Adlige verteidigten ihre Feudalrechte weiterhin bis 1701 und behielten ihre Turm-Taubenschläge für sich als das ultimum Privileg, wie z.B. der Baron von S. Barbara, welcher, obwohl er sein Besitztum und seine Bauten übergeben hatte, sich weigerte, seinen Turm-Taubenschlag Dritten zu überlassen, denn er wollte alleiniger Herrscher bleiben. Ein extremer Fall ist der von Comte Palmariggi, der vorzog, seinen Turm-Taubenschlag lieber abzureißen, als ihn in den Händen eines anderen Herrn zu sehen.

Pater M. Foskolos (Das Recht der Taubenschläge, wie oben) hat in Bezug auf die Taubenschläge auf Tinos zu einer Verbindung derer mit denen von Apulien tendiert, da angeblich der Entwurf und das Know-How daher kommen, weil einige Familien auf Tinos wie z.B. die Zallonis und Savaris im 16. Jhd. zwischen dieser Region und Tinos pendelten, wie aus dem Archiv der Katholiken von Tinos (AKT) zu entnehmen ist. Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Austausch von Ideen und Technologien gewöhnlich beidseitig ist und von den Beziehungen und Bedürfnissen der Menschen abhängt. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass in den Regionen Apulien und Otranto griechisch-sprachige Menschen lebten, deren Wurzeln in der byzantinischen Zeit bis zur Eroberung von Bari lagen (s. Koutelakis, Das Thema Sifnos, Sifnos Nr. 3 bezüglich des Piraten Margaritis/Sifanto und der Beziehungen mit Byzanz, und Tsirpanlis, Otranto, 11-57). Demzufolge behielten diese Menschen ihre Erinnerungen aus ihren Heimatregionen fast unverändert was den Gebrauch und die Rechtstradition von Bauten angeht. Dies belegt die Form der Taubenschläge dort, da die meisten kreisförmig-zylindrisch sind (nur wenige sind viereckig, zwei sind höhlenartig und einige weisen ein Tympanon auf) mit dem Ziel, das Meer zu beobachten und mit einem Waldhorn eine bevorstehende Gefahr anzukündigen (s. hier Ortsnamen Mousoulou und Pano Mera, Wort vukino).

Der italienische Forscher Marco Mazzoleni schreibt dazu: „Die Anwesenheit der Turm-Taubenschläge in dieser Region hat mit dort vorhandenen Festungen, wo die Taubenschläge entweder rar oder eingequetscht in der Mauer waren, zu tun. Nachdem aber diese von den Festungen entnommen worden waren, wurden sie von ihren Besitzern zu den Hügelfüßen, in der Nähe von kleinen Schluchten oder auf fruchtbaren Feldern versetzt und neu aufgebaut. Als Beweis dafür dienen die Beispiele aus den Regionen Castello di Campello alto und aus den Orten Ravalle, Villa, La Bianca, wo sie zahlreicher zu finden sind als in anderen erkundeten Regionen.

Turm-Taubenschläge waren also grundsätzlich Wachtürme und Küstenwachen wie der Turm vom Smovolos und der Kleinen Muttergottes auf Tinos, nah am heutigen Supermarkt Palamari, später Windmühle genannt und noch später, am 1. Mai 1837, Taubenschlag von Afentoulis, dessen Name (THEOLOGOS AFENTOULIS) man auf einem Zwei-Zonen Marmorrelief neben einer Taube liest, die durch zwei byzantinischen Kreuze geheiligt wurde. Dieses Relief wurde vor vielen Jahren entnommen, abtransportiert und in einer Ecke seines Hauses in Chora eingebaut, an der Stelle Palada (s. hier Kap. X.). Diese aus Kimolos stammende Familie gehörte der führenden Sozialschicht auf der Insel an. Ein Bildhauer aus Tinos hat den wunderbaren Grabstein des Arztes Afentoulis im „Auferstehungsfriedhof“ in Piräus gemeißelt [s. Koutelakis, „Die Friedhöfe von Hagios Dionyssios und von der Auferstehung Piräus“, Psyttaleia, Heft 5 (1987) 1-19].

Dies passt außerdem sowohl zu den Dimensionen der alten kreisförmigen Türme als auch der Küstentürme von Apulien (s. G. Volpe, „Tipologia della casa torre colombaia, alcune considerazioni, proposte e ricerche“ Urbino No 7, 1982).

Dabei sind die Taubenschläge von Tinos, auch in der Erscheinungsform des 17.-19. Jhd. völlig unterschiedlich von denjenigen von Apulien, die sehr hoch und gut gemauert sind. Dort sind die Türme mit quadratischem Grundriss vierstöckige Bauten, die nicht nur als Speicher dienten, sondern auch andere Bedürfnisse deckten: sie waren Ställe und Wohnungen. Im Gegensatz dazu dienten sie auf Tinos selten als Ställe und nie als Wohnungen. Nur einer, auf der rechten Seite vom Tal aufwärts vom Priastros fungierte im unteren Geschoß als Stall, aber er scheint sehr neu zu sein, vielleicht aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Eine Bemerkung im Jahr 1456 über ein „domum diruptum dictam de Colovari“ im Bereich des Dorfes Xinara erlaubt keine Schlussfolgerung weder für den

Bau noch für die Bedeutung des Wortes Colovari, was mich persönlich zur Annahme führt, dass dieses Wort eine Variante von „Kolombari“ ist, was Taubenschlag bedeutet. Es ist erwähnenswert, dass im Telefonbuch der Insel Tinos bis heute der Name Kolovaris auftaucht [s. Ortsnamen von Mesa Meri und Kechrovouni, Wort Colovari, und OTE (B.d. Übers.: die griechische Telekom) 2009]. Was ich dennoch als noch älter halte, ist der Ortsname Pombali, welchen ich in Dokumenten aus Perastra entdeckt habe, weil dieser Name auf Portugiesisch und Katalanisch in etwa Taubenschlag bedeutet. Es ist vielleicht eine Andeutung für einen von katalanischen Herren dort gebauten Taubenschlag, die sich laut meiner eigenen Forschungsergebnisse von 1341 bis 1390 auf der Insel niedergelassen haben (s. Ortsnamen der Dörfer Perastra-Lazaros usw.).

Nichtdestotrotz ist das Spiel des Steinhauers mit den Schieferplatten auf seiner Front (zu den Zeichen, die häufiger bei ihnen zu finden sind, siehe Anaclerio et alii, Artikel Fallacara, Teil B´, Kap. IX, S. 32 ff.) keine zufällige Entscheidung, auch keine einfache Auswahl für den Taubenschutz während des Ausruhens und des Fliegens. Ich habe schon bei der ersten Ausgabe dieses Buches, im Kapitel über die Architektur der Kirchen vermutet, dass die Bautechniken der Taubenschläge und der Kirchen sich gegenseitig beeinflusst haben müssen. Wir haben heutzutage bezogen auf den Bau der kleinen bescheidenen Kapellen auf Tinos eine erste dokumentierte Überlieferung, dass sie auch mit Backsteinen gebaut wurden, was ihnen eine den Schieferplatten ähnliche Dekoration anbot, wie z.B. bei der Kirche Agios Georgios in Xylomacheri Smardakitos und in Agios Antonios im selben Dorf (s. Kap A´3) und ähnliche Beispiele von Taubenschlägen aus Fiore S. Barbaro in Puglia, welche typologische dekorative Elemente aus der Bautechnik der Trulli von Alberto Bello und den Nachbarssiedlungen in der Region Apulien ausleihen (s. Koutelakis, Lefkas Nr. 2, die Volti von Lefkas 163-173).

Obwohl die Tauben laut einer entsprechenden Studie (Tres Riches Heures du Duc de Berry, c. 1408-1416, S. 20 und 23) die besten Dünger-Lieferanten für die Äcker sind, erzeugten sie in aufgrund ihrer großen Zahl in West-Europa Angst bei den Bauern, denn immense Tauben-Schwärme griffen die frischgesäten Äcker an, fraßen und verstreuten die Samen. Demzufolge wurde die Zahl der Taubenschläge strengstens kontrolliert. Ein einfacher Bauer durfte nur wenige Tauben-Paare halten. Ein Taubenschlag jedoch war ausschließlich ein Privileg der Adligen. Trotzdem waren auch diese verpflichtet, ihre Taubenzahl so hoch zu halten wie ihnen die Fläche ihres Landes erlaubte. Die Regel war: Ein Nest pro 1250m2. Diese Regelungen erschienen sukzessiv im Laufe des Mittelalters und bis 1410 war der Taubenschlag zu einem Status-Symbol geworden. Die Größe des Taubenschlags offenbarte die Vermögensgröße seines Besitzers. Die Gesetzregelung für Taubenschläge wurde am 4. August 1789 im Rahmen der Französischen Revolution abgeschafft.

Natürlich bezog sich ein für die Menschen so wichtiger Bau wie der Taubenschlag auch auf Gewohnheitserbrechte der multikulturellen Insel Tinos, wie ein Fallbeispiel aus dem Dorf Spilia (s. Kap. I, Dorf Spilia, Dokument Nr. 1 vom 15. März 1726) und ein anderes am „Brunnen“ von Skalados zeigt, dessen unterer Teil schon 1852 dem Katholischen Erzbistum und der obere Teil Markos Filippousis, einem Dorfeinwohner gehörte (P. Foskolos, P. Psaltis, Skalados, 95-96. In der Familie Filippousis hat es vom 17. bis zum 20. Jhd. insgesamt siebzehn Geistliche gegeben, von denen fast alle aus dem Dorf Kambos stammen. S. P. Asimakis, 280-281). Demzufolge kann man erkennen, dass die Anzahl derer, die seit 1681 ein so großes Feld hatten, dass sie darauf zehn Teller Samen einsäen konnten und das ihnen den Bau eines Taubeschlags erlaubte, gering war. In Wirklichkeit waren sie oder ihre Nachkommen Feudalherren. Diese wiederum mussten anscheinend Steuer bezahlen, was als Abschreckung beim Volk für den Bau eines Taubenschlags wirkte. Diese Klausel sollte verhindern, dass Bauern ohne erforderliche Mindestfläche keinen eigenen Taubenschlag auf Kosten der vorhandenen Taubenzüchter, die ihre Tauben als Ware verkauften, bauen konnten. Dies wird außerdem von der Tatsache bestätigt, dass die jungen Tauben, die nach Smyrni (Izmir) oder Konstantinopel (Istanbul) in Tzares (aus dem englischen Wort jar) exportiert wurden, ursprünglich keine Delikatesse für die Armen auf Tinos oder sonst wo waren, sondern für die Reichen (Fallacara, w.o.). Vielleicht bliebe die Verehrung der Tinos-Einwohner für die Tauben, die auf verschiedene Art und Weise erbracht wird, wie z.B. auf der Spitze eines holzgeschnitzten Spiegelrahmens im Haus von Frau Aleka Lagourou-Malliari, Werk eines Möbelbauer aus Tinos aus dem 19. Jhd. (s. Kap. G 2), unerklärlich, wenn es sich nicht um eine hundertjährige Beziehung handeln würde.

Nehmen wir aber die historischen Beweise zur Existenz der Taubenschläge ins Visier. Einer wird 1700 im Dorf Steni im Besitz von Georgios Moraitis, auf einem Acker von zweieinhalb PINAKIA Saat (P. Foskolos, Kataster, 404-405) bezeugt. Das kann natürlich etwas mit dem mittelalterlichen Feudalrecht zu tun haben, wie es in Westeuropa registriert wird, das aus dem Droit du Colombier (Vokou, 460) besonders in England und Frankreich vorkommt, weil wir wissen, dass einerseits Moraitis ein Feudalherr war oder er aus einer gehobenen Familie stammte und andererseits aus der entsprechenden Terminologie (pitsouni, koutrouman u.a.ä.) die bis heute von passionierten Tauben-Hobbyzüchtern und -ausstellern gebraucht wird (Koutelakis, Geschichte und Tradition, 11-13).

Alles, was Fallacara über den Einfluss der Katholischen Kirche auf die Themenauswahl der Fassadendekoration erwähnt, weil sie (die Taubenschläge) Katholiken gehörten, oder über das Dreieck als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit und des Davidsterns oder über das Kreuz, das einige Fassaden aufweisen, oder dass die Initialen ihrer Besitzer aus dem lateinischen Alphabet stammen oder sich dort geheime Symbole verstecken, findet nicht meine absolute Zustimmung (Fallacara, in Anaclerio et alii, Teil B, Kap. IX, 9.1 bis

9.5, 32). Das Kreuz als Heilmittel gegen das Behexen und den bösen Blick für die Bewohner eines Gebäudes -sei es eine Wohnung, sei es ein Taubenschlag–, ist Gang und Gebe auf den Fassaden von Bauten auf den Kykladen und Dodekanes oder von Häusern der griechischen Gemeinden Kleinasiens (Koutelakis, Tilos Nisos, Band A, 406, 782).

Der Gebrauch lateinischer Buchstaben auf ihren Fassaden bestätigt in der Tat die Feudalabstammung der katholischen Familien, obwohl dies bei den Taubenschlägen in der Nähe katholischer Dörfer auftaucht, was so viel bedeutet, dass entweder die Orthodoxen diese Gewohnheit nicht hatten oder die italienischen Schreiber die meisten Taubenschläge dort gefunden hatten.

Die Übergabe der Taubenschläge als Mitgift gilt auch für die Orthodoxen. Außerdem scheinen die grundgeometrischen Zeichen auf den Fassaden über die Einflüsse der Katholischen Kirche nicht zu überzeugen, wie der Verfasser des Artikels behauptet, denn sie sind bekannt aus anderen Orten Griechenlands. Mir gefallen seine Schlussfolgerungen über eine Volkstradition der Verehrung besser, ähnlich dem Volksglauben wie er bei anderen persönlichen Gegenständen zu finden ist (Koutelakis, griechische Goldschmiede, 90), der von einem entsprechenden uralten architektonischen Ausdruck begleitet wird, bekannt und dokumentiert, wie es später gezeigt wird, aus den griechischen Mythen und aus dem Einführen religiöser Rituale aus dem Orient (Ceccherelli, 105, 109, 253), bei welchen die Göttin der Fruchtbarkeit Istar als Göttin „Taube“ erscheint, wobei ihr Name aus einer orientalischen Sprache kommt „pirah-it-Istar“ und so viel wie „Der Vogel der Göttin Istar“ bedeutet (Fallacara, in Anaclerio et alii, Teil B, Kap. IX, 9.1 bis 9.5, S. 32. Auch Wilkinson).

Wir müssen einen sehr wichtigen Punkt betonen, nämlich, dass die Einführung der Taubenschläge in Frankreich unmittelbar nach dessen Eroberung durch die Römer stattgefunden hat, welche die Verehrung im Orient kennengelernt hatten. Einige unter ihnen wie z.B. Caesar hatten die Tauben sogar als Familienwappen und die Göttin Aphrodite als Schutzpatronin, im Namen derer Caesar die Stadt Afrodisias in Kleinasien gründete.

Wir dürfen jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Haltung von Tauben bei den Altgriechen auf den Kykladen sehr verbreitet war und sowohl auf der Verehrung der Aphrodite in Arkadien und besonders im Aphrodite´s Wald und beim Fluss Ladon basierte, wo übrigens das Orakel der Aphrodite Erykina stand [Kardara, 34-43, 51, wo die Meinung vertreten ist, dass dort die Aphrodite-Verehrung älter als in Pafos auf Zypern ist (s. hier Kap. VIII, Notizen 12 und 39, auf Kythira und auf Sizilien], als auch auf der orientalischen Verehrung der Göttin Aphrodite-Atargatis (s. Kardara, 47-48 und besonders 57-59. Auch hier S. 225 und Anaclerio et alii, Teil B, Kap. IX, 9.1 bis 9.5, S. 33). Es ist vielleicht nicht falsch, hier an dieser Stelle daran zu erinnern, dass Arkadien bis in die 1980er Jahre - in denen ich meine Kindheit und meine Pubertät verbrachte und mich sehr lebendig daran erinnere - eine große Anzahl an Taubenschläge

aufwies, die sowohl auf eine archaische Beziehung mit den alten Verehrungen als auch mit der Anwesenheit fränkischer und später venezianischer Feudalherren in Peloponnes und natürlich in seinem Territorium hinwies.

Aelian informiert uns, dass in der sizilianischen Stadt Eryx (besser Eryks), wo der Aphrodite-Tempel steht (nicht zufällig, da die Namen Frutis-Ericis-Erukina den Namen der selben phrygischen / vrygischen / etruskischen Göttin widergeben, welche die Griechen als Aphrodite umschrieben. S. Ferri, 167-169), die Einheimischen behaupten, dass in einer bestimmten Jahreszeit, während des so genannten Anagogia-Festes, d.h. dem Einschiffen der Seeleute, Aphrodite Sizilien gen Libyen verließ und genau dann auch die Tauben verschwanden, als ob sie der Göttin folgten, während sich einige von ihnen den Rest des Jahres in ihrem Tempel einnisteten (Aelian, Historical Miscellany 1. 15). Im Suda-Lexikon wird Aphrodite mit der assyrischen Gottheit Astarte assoziiert, was viele andere antike Schriften wiederholen wie z.B. Herodot (Historiae, 1. 101 und 105 und 199), Aristophanes (Weibervolksversammlung, 547), Athenaios in seinem Werk „Deipnosophistai“ (3.101), der Pseudohyginos (Fabulae 197), Cicero (De Natura Deorum 3. 21-23), Pausanias (Hellados Periegesis, 1. 14.6, wo er die Meinung vertritt, dass der älteste Tempel der Aphrodite-Urania sich in der phönizischen Stadt Askalon befand), Nonnos (Dionysiaca 5. 88ff und 15. 392 ff) und Philostratos im 1. Und 2. Jhd n.Chr. (Life of Apollonius of Tyana 6.3), welcher durch einen Dialog zwischen Apollonius und einem Jugendlichen namens Timasion die Opfergabe von Tauben an Aphrodite und den großen Einfluss ihrer Verehrung für den Alltag seiner Zeitgenossen bestätigt.

Der Fall erinnert uns sowohl an den Fund einer Talisman-Taube aus grünem Stein auf dem vorgeschichtlichen Friedhof von Pyrgos auf Paros (Broodbank, 406 mit Foto) als auch an ein Freilichtheiligtum der Aphrodite in der Nähe des Dafni Klosters in Attika, wo Passanten auf der Heiligen Straße ihre Opfergabe für die Göttin „Taube“-Aphrodite in Form einer Taube, manchmal auch einer Ente, eines Wildschweins oder Großkatzen in dafür im Fels eingemeißelten Nischen, vom Volk bis im 20. Jhd. „Schränkchen“ genannt, hinterließen (Nr. 1592-3, 6796, 6998 und 7008 des Archäologischen Nationalmuseums. S. auch Macheras Vas., Der Tempel von Aphrodite und Eros an der Heiligen Straße, Athen 2008). Die Form dieses Freilichtheiligtums verweist auf den Prototyp eines Taubenschlags wie er eventuell in der Stadt oder auf dem Land existierte.

Es sieht so aus, dass in Griechenland die Taube sehr früh domestiziert wurde und ihre Rolle als Ware viel früher als der Feldzug der Argonauten stattgefunden hat, die der Legende nach

eine Taube vorgeschickt hatten bevor sie die Symplegaden durchquerten (s. Broodbank, w.o.). Nebst der biblischen Erwähnung der Taube nach der Sintflut kommt sie im griechischen Mythos von Deukalion auch vor (über die orientalischer Herkunft Sintflut-Mythen s. Ceccherelli, 162 und 313 Not. 39. Auch hier im Kap. Ib).

Außerdem befinden sich Talisman-Tauben in viereckigen Nischen in einem Taubenmodellbau des 12.-11. Jhd. v. Chr. bei der ausgestellten kleinen Fundsammlung am Grab des Apostel Varnavas auf Zypern, laut der griechischen Mythologie der Insel der Göttin Aphrodite Schutzpatronin von Salamis und Pafos (s. Altzypriotische Literatur, B. A, 67 und hier Kap. VIII, N. 12 und 39) (An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich beim Pater Foskolos für die Abtretung von zwei entsprechenden Bildern).

Ein zusätzlicher Hinweis für die Weiternutzung alter Praktiken bekannt aus Babylon und aus den mittelalterlichen Sarazenen (Fallacara, in Anaclerio et alii, Teil B, Kap. IX, 9.1 und 9.5, S. 33) ist das byzantinische Kloster „Moni Peristerionos“ auf Zypern. Hinzu kommt die Aussage Herodots über die Gründung des Dodona-Orakels, wonach zwei Tauben aus Ägypten gestartet waren (es wird behauptet, dass die ältesten erhaltenen Taubenschläge sich in Oberägypten befinden. Mir ist aus dem Großraum Kairo bekannt, dass die Taubenschläge ein quadratisches Fundament haben, das in Form eines sehr hohen zylindrischen Obelisks emporragt), wobei die eine nach Libyen und die andere nach Dodona flog. Diese Überlieferung weist auf meine Behauptung im Kap. II, N. 36 hin, die sich auf die orientalischen Namen Kolonisationsanführer und antiker Orte im griechischen Raum beziehen wie z.B. Epafos, Kadmos, Theben, die Kadmische Akropolis u.a.ä. (s. in Cabanes et alii, 45-49 sogar die Verbindung von Kadmos mit den Kolonien Budva und Kotor an der Illyrischen Küste). Diese Namen bezeugen nicht die Ankunft von Ägyptern, sondern die Wiederkehr von in Ägypten lebenden Griechen in ihre Heimat, wobei sie sicherlich orientalische Ideen, Technologien und neue Einstellungen mitbrachten. Dies wird nachfolgend noch verständlicher.

Die Verehrung und der Respekt der Ägäis und besonders der Kykladen-Insulaner den Tauben gegenüber werden nicht nur archäologisch durch den Opferaltar für Vögel bestätigt oder extra für Tauben zu Ehren der Aphrodite im Heiligtum beim Drakanos-Turm auf Ikaria, den Antiochos Soter bauen ließ, weil er Aphrodite als seine Schutzpatronin betrachtete (Athineos, Deipnosophistai, 3. 101), sondern auch wurden sie auf Geldmünzen von Serifos und Sifnos abgebildet. Es wurde sogar ein Verbot für das Töten von Tauben auf Delos ausgesprochen (Zaganiaris), weil diese Insel ein Verehrungsort der Göttin Aphrodite-Atargatis war, d.h. der Schutzpatronin der Tauben (es wird behauptet, dass die Göttin das Gedankengut der Achäer und der Mykenäer vereinigte, welche sich gen Orient bewegten, um dort zusammen mit den

Philister-Kretern seit dem 13. Jhd. v.Chr. sesshaft zu werden. S. Kardara, 58-59). Eine auf die Göttin bezogene alte Inschrift wurde 1700 n.Chr. von Delos nach Tinos transportiert und (Zufall?) in einem Taubenschlag des Franziskanerklosters in Pano Meri als Wappenzeichen eingebaut (Florakis, Wappen).

Darüber hinaus wurde die Opfergabe von Tauben auf einem Aphrodite-Altar bei den Ausgrabungen in Paestum und in Epizephyrioi Lokroi bestätigt, wo die Funde im ersten Fall eine Reihe von Tauben-Tonfiguren aus dem 6. und 5. Jhd. v.Chr. zu Ehren Aphrodites ergaben, während im zweiten Fall Knochen von Tauben im Ablagerungsbrunnen gefunden wurden, die zu Ehren der Göttin geopfert worden waren (s. Miller, 337, 338 und N. 12). Ähnlich war die Verehrung der Göttin auf der Akropolis von Athen während des Aphrodisia-Festes, wozu Hurwit Jeffrey schreibt: Während der Sommer-Rituale genannt Aphrodisia fand die Opferung des heiligen Vogels der Göttin statt, welcher aus den Nischen der Tempelmetope geholt wurde, und noch eine Prozession, die das Waschen der Göttin-Statue beinhaltete (Hurwit, 41).

Auf Tinos jedoch passierte etwas noch erstaunlicheres. Die archaische mit Relief dekorierte große Vorratsamphore im Tinos Museum (McLoughlin behauptet, dass diese der Kategorie der Tinos-Böotien Tongefäße angehört, deren Hersteller Ende des 8. Jhd. V. Chr. auf den Nordkykladen aktiv waren) die laut Kontoleon die Geburt eines Gottes oder laut anderen die Geburt Athenes darstellt (s. Kourou, Überblick, 85), erzählt meiner Meinung nach zwei uralte wichtige Geschehnisse, die bis heute die Aufmerksamkeit der Fachkollegen nicht erweckt haben. Erstens, die Geburt des einen Blitz haltenden Zeus aus dem Kopf der auf dem Thron hockenden Aphrodite-Diona, also der weiblichen Darstellung von Zeus (außerdem ist „dios“ bei Homer ein Adjektiv des Uranus, der Luft und der Erde. S. Papyros-Larousse-Britannica, Wort), weil hier eindeutig eine Frau sogar mit Flügeln abgebildet wird, d.h. eine Taubengöttin oder eine, die mit Vögeln zu tun hat (hier Kap. I, N. 24, Kap. II und Kap. III, N. 5).

Das erinnert uns an die skythische Göttin Aphrodite oder die etruskische beflügelte Turan, aber nicht an eine männliche Figur (Kardara, 67-69, 100-101).

Zweitens beweist die Abbildung einer Gans oder vom schwarzen Schwan, wie die Etrusker glaubten, an der Rückenlehne ihres Throns als heiligem Vogel wie die Tauben, dass es sich hier um die prähistorische Aphrodite handelt (Kardara, 67-69). Ich halte sogar das Detail, dass ihr Kinn hervorgehoben und mit einem harten und lackierten Fortsatz, abgebrochen an ihrem Ende wegen des Abriebs dargestellt wird, für sehr wichtig, um ihre Eigenschaft als Taubengöttin zu betonen, die in diesem konkreten Fall links und rechts von einer männlichen und einer weiblichen Taubengottheit begleitet wird, während die durchlöcherten Gefäß-Griffe mit den geometrischen Formen direkt auf die Unterkunftbauten ihrer heiligen Vögel hinweisen, wie es der Fall mit den Fassaden der auf unserer Insel erhaltenen Taubenschläge. Der einheimische oder der wandernde zugezogene Keramiker des 7. Jhd. v.Chr. der dieses Gefäß hergestellt hat, stellt dar und visualisiert eine uralte Überlieferung über die Insel, um indirekt eine Erzählung über eine bei den Einheimischen tief gewurzelte Verehrung zu unterstützen. Diese Überlieferung könnte sogar in engem Kontakt mit dem Namen der Insel selbst stehen.

Der etruskische Name von Zeus (gr. Dias) „Tina, Tin / Tins“ (s. Ceccherelli, 107 und Semerano, II popolo, 41-42) führt direkt zur Schlussfolgerung, dass der

Name der Insel aus dem Orient stammt, denn es ist bekannt, dass die Etrusker aus Tursa oder Truisa (altgriechische Aussprache: Trysa) von Lykien auswanderten und sich über viele Zwischenstationen in der bekannten Region Italiens Etrurien sesshaft machten (s. auch Ceccherelli, 107 191-194), die auf dieser Weise ihren Name bekommen hat (s. Vlachos et alii, und Pantazis, Delos, ap. II.4).

Demzufolge wird durch das Relief des Vorratskrugs sowohl der mögliche prähistorische Name der Insel [s. hier Kap. II und Zeit. Über Tinos, Bl. 9 (Okt.-Dez. 2011) 4], als auch der so intensive und so alte Bezug der Insulaner zu den Tauben und den Taubenschlägen erklärt, wie er an keinem anderen Ort der Ägäis und des Nahen Ostens auftaucht. Dieses zeitlose Kennzeichen von Tinos ist auch in einem langen Gedicht (1835-1854 n.Chr.) des katholischen Priesters von Kellia Nikolaos Perpignan, aus einer wichtigen adligen Familie in Skalado stammend, abgebildet, wo die Rede von „einem Land mit hohen Bergen voll mit Tauben“ ist (P. Foskolos, P. Psaltis, 216).

Ähnliche Ovid-Mythen beziehen sich auf Frauen-Metamorphosen in Tauben (Pherekydes) sowohl auf Kea als auch auf Andros (Zaganiaris, 310, 312, 324, 329, 332) oder auf Delos, die scheinbar durch eine retrospektive Betrachtung einer älteren Überlieferung den drei Töchtern des mythischen Delos-Königs, Erzpriesters und Wahrsagers Anios entsprechen. Diese werden nach ihren Liefer-Aufgaben bei den zum Trojanischen Krieg aufbrechenden Achäern Oino, Elaio und Spermo genannt, weil sie zuständig für die Lieferung von Wein, Olivenöl und Getreide waren (Vlachos, Ikaria und Trojanischer Krieg, N. 80). Die Reihenfolge ihrer Namen weist zuerst auf den Weinanbau (Oiniaden) hin und wird direkt mit der Verehrung von Dionysos in der Ägäis assoziiert, die später auf Delos mit derjenigen von Apollo ausgetauscht wurde (s. auch Graf, 131-132, der behauptet, dass der Mythos die Rituale auf Delos zu erklären versucht). Der Belieferungshintergrund der achaiischen Truppe ist eine Momentanaufnahme im Rahmen des Trojanischen Krieges, die sich meiner Meinung nach in engem Kontakt mit dem Zeitpunkt des Ertränkens von Palamedes durch Diomedes und Odysseus während des Fischens befindet. Angesichts der Tatsache, dass die Achäer nicht unbedingt als Fischesser galten (s. Pantazis, Könige), gehen wir davon aus, dass das achaiische Lager zeitweise an Hunger und nicht nur an die Pest litt. Nur so ist der Mythos über die Lieferaufgaben der drei Töchter von Anios nachvollziehbar.

Laut einer anderen Mythos-Variante blieben die Achäer neun Jahre lang auf Delos, weil der Wahrsager und König von Delos Anios prophezeit hatte, dass Troja im zehnten Jahr erobert werden würde. Das ist auch eine Erklärung für die nicht-Teilnahme oder nur „mit Frauen Teilnahme“ der Kykladen am Trojanischen Krieg, wie Alex. Gounaris behauptet, der auf diese Weise die Mitnahme der drei Töchter von Anios nach Troja interpretiert (s. Gounaris, 129, 136, 137 und Pantazis, Delos, der diese Mitnahme mit damaligen Piraten-Praktiken erklärt, was auch meiner Meinung entspricht). Beide Varianten des

Mythos‘ der drei Anios-Töchter, die Zeus in Tauben verwandelte (Lieferantinnen der achaiischen Truppe im Trojanischen Krieg), beziehen sich für mein Dafürhalten auf ein reelles Ereignis: er deutet die Logistik an Nahrungsmittel einer Truppe auf Feldzug, das heißt mit anderen Worten die Konservierung für kriegführenden Menschen von Tauben als lebenswichtige Proteinlieferanten in einer Essig-Olivenöl Mischung oder einer Salzlake (s. auch Kap. II). Es handelt sich also um eine diachronische Essgewohnheit der Tinos-Bewohner, die sich auch um die Essensbedürfnisse ihrer Leute in der Burg während der wiederholten Belagerungen kümmerten. Diese Essgewohnheit bekam intensivere Formen im Rahmen der Pax Ottomana im 18. Jhd., als die Tinos-Bewohner diese ausgezeichnete Leckerei ihren ausgewanderten Verwandten in Smyrna und Konstantinopel in Vorratsgefäßen namens Tzares zuschickten.

Durch die römische Tradition also, deren quadratische oder L-förmige Taubenschläge mit nebeneinanderliegenden Nischen als Unterkunft- und Züchtungsbauten auf den Kykladen und besonders auf Delos und Tinos bekannt waren, wurde der Begriff Columba / Columbarium mit den Schachtgräbern der alten unterirdischen etruskischen Friedhöfe in Bezug gebracht. Columbaria waren breit verbreitet in der frühkaiserlichen Zeit (Papyros-Larousse-Britannica 29, 2007, 571). Letztendlich wurde dieses Wort wie auch viele andere lateinische Worte wie fysternia, sibla, aqueductus, rosalia, castrum u.a. auch auf Tinos nach der römischen Eroberung und später von den Venezianern gebraucht (Siotos, 15), um entweder ein Grab der römischen Zeit oder einen Ort zu bezeichnen, der seinen Namen von einem Taubenschlag als Koul´baria bekommen hatte, wie im Dorf Kellia (einen ähnlichen Ortsnamen gibt es auf Lesbos). Eine Erinnerung an diese Ordnung bilden die Fächer in den Beinhäusern der katholischen Friedhöfe in Italien und auf Tinos. Außerdem wurde diese unterirdische Anordnung der römischen Friedhöfe auch während der christlichen Zeiten in Form der Katakomben sowohl dort als auch auf Milos erhalten, wobei zwei Beispiele unterirdischer Taubenschläge in Crocifisso Ugento in Apulien und in Torre Pinta von Otranto mit kreuzförmiger Anordnung, die Fortsetzung einer Bestattungstradition wie die „Columbaria“ bezeugen (im Grundbuch von 1700 registriert der Schreiber der Legaten (B.d.Ü.: der Kirche gegebene Grundstücke) den Taubenschlag von Giorgis Moraitis aus Steni als „colombara“).

An dieser Stelle möchte ich in Erinnerung rufen, dass der römische Statthalter von Asien Prokonsul Junius Silanus (ein Relief mit seiner Büste ist in der Fassade des Hauses von Ioannis Tze in Falatado eingebaut. S. Koutelakis, Tinos Alt und Christlich1, Foto 531), der zeitweise zusammen mit seiner Schwester auf Tinos lebte und seine guten Dienste 22 n.Chr. zur Rettung der Privilegien des Heiligtums von Poseidon und Amphitrite in Kionia angeboten hatte (s. Koutelakis, Tinos Alt und Christlich1, S. 174 und Foto 253), ein Familien-Columbarium gegründet hatte wie andere römische Offiziere auch. Bekannt sind die Abhandlungen von Varro, von Plinius dem Älteren und von L. Columbella über ihre Gutshöfe und Taubenschläge (De Re Rustica, cap. 8.).

Die Nutzung der Tauben als Handelsware oder Postboten oder Delikatesse ist bekannt aus dem Papyrus Tebt. Nr. 839 der Stadt Tebtunis in Ägypten aus dem 1. Jhd. v.Chr., wonach ein Grieche namens Kleon einem Steuertreiber der Krokodilopolis 1000 Kupferdrachmen als Steuer für die Taubenschläge zahlte, die er in Oxyrhynchos hielt (s. Athena Review). Darüber hinaus berichtet eine griechische Inschrift aus der heutigen Hauptstadt Jordaniens Amman (das antike Philadelphia) von einem Bau eines Taubenschlags 139-140 n.Chr., über dessen Maurer und sogar über die Gründe des Bauherren für die Widmung des Taubenschlags an die Göttin Aphrodite-Atargatis. Der Schreiber meint, dass es sich hierbei um die Verehrung der Demeter, der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit handelt (Meimaris, Makrygianni, 22-26. Zum Überspringen der Verehrung zwischen Aphrodite und Demeter im Kontext zu den aus dem Orient importierten Gottheiten siehe Leventi, Mitsopoulou).

Es ist bekannt, dass der größte Feind der Tauben die Schlangen und besonders die Pfeilnatter sind (das bestätigen u.a. auch Erzählungen der Familie Foskolos-Dais über Ereignisse in ihrem Taubenschlag am Ort „Liveri“1 bei Kionia).

Ein Gegenmittel wird in einer Fragmenten-Sammlung von Schriftstellern des 2. und 3. Jhd. n.Chr. mit dem Titel „Geoponika“ (mit jüdischen und gnostischen Einflüssen) gegeben: „Die Schlangen werden keinen Taubenschlag stören, wenn du in die vier Ecken das Wort ADAM schreibst und wenn es dort Fensterchen dort gibt“ (Geoponika XIX, H und Berthelot, 99, 197, 205 und Koutelakis, Tinos Nr. 22 und Graf, 202-203, wo ausgeschlossen wird, dass die magischen Rezepte und die Schadenszauberei aus Mesopotamien stammen). Das wiederum ist eine gute Antwort zu den mehr oder weniger unüberlegten Behauptungen von Fallacara zu den oben erwähnten Themen (s. Anaclerio et alii, Teil B, Kap. IX, 9.1 bis 9.5, S. 32-33).

Es ist auch anzumerken, dass der Taubenkot, der einen hohen Ammoniakgehalt aufweist, immer noch in den Städten Troyes in der französischen Champagne und im marokkanischen Fez gebraucht wird, um die schon vor 1288 bzw. vor dem 14. Jhd. bekannten Tierhäute zu gerben. Ich habe dennoch keine schriftliche oder mündliche Information über einen ähnlichen Gebrauch des

Kotes der Tinos-Tauben gefunden. Nur K. Matey, S. 84 erwähnt, dass die Tinos-Bewohner den Taubenkot exportierten. In diesem Sinne kann man diesen Export im kleinasiatischen, griechischen und orientalischen Raum in Verbindung mit der Gerberei bringen [Der Ortsname Vaketa, welcher nach Meinung von Al. Florakis auf das Betreiben einer Gerberei –gr.βυρσοδεψείο oder ταμπάκικο– zurückschließen lässt (siehe jedoch eine neue These in den Ortsnamen von Mesa Meri und Kechrovouni, W. Vaketa) wurde schon 1700 bezeugt und der Nachname Tabakas aus der entsprechenden Berufsbezeichnung findet sich auf Tinos seit der türkischen Herrschaft] - sowohl in der Antike als auch im Mittelalter.

Meine Argumentation über die feudale Abstammung und den privilegierten Gebrauch der Taubenschläge stützend ist auch folgende dokumentierte Information, dass der Taubenkot wegen seines hohen Nitratgehalts zusammen mit Kohlestaub und Schwefel zur

Produktion von Schwarzpulver gebraucht wurde (Tenney L. Davis, The Chemistry of Powder und explosives, vol. I. 1941, 33-34, 39) und zwar nicht nur für die kleinen Musketen und Arkebusen, sondern auch für große Kanonen (s. Kap. C 3).

Dieser Gebrauch also, welcher, soweit ich weiß, bisher nirgendwo veröffentlicht worden ist, erklärt vielleicht die ab dem 15.-16. Jhd. zu beobachtende Erteilung von vorteilbringenden Baugenehmigungen zahlreicher Taubenschläge besonders an die Insel-Herren. Denn es ist bekannt, dass Markos Gräkos schon im 8. Jhd. n. Chr., und damit Jahrhunderte vor Marco Polo, ein Rezept für die Herstellung von Schwarzpulver bekannt gemacht hatte. Sein Gebrauch auf europäischem Boden wird seit Anfang des 14. Jhd. n.Chr. bezeugt. Die erste Burg, die 1334 mit Kanonen für ihre Abwehr ausgerüstet war, ist Meersburg und die erste Schlacht, bei der Kanonen und Musketen gebraucht wurden, ist die Schlacht bei Crécy 1346.

Vier Jahre später (1350) schreibt Petrarca, wie auch später Vissarion, in einem Brief an den byzantinischen Kaiser (Nikoloudis, Peloponnes, 75-76), dass der Gebrauch der Waffen damals schon verbreitet war (s. auch Chrysostomides, 130 Kap. VI zum Fall Francesca Witwe von Neri Accaiuoli und Herrin von Korinth und von Zante, die Anfang des 15. Jhd. die Burg von Zante mit Kanonen ausrüsten ließ). Die älteste Abbildung einer Kanone erscheint auf dem Manuskript von Walter de Millete, „De offilis Regnum“, welche sich in Oxford befindet (s. auch Wikipedia, History of gun powder). Demzufolge waren die Feudalherren die einzigen, die den Vorteil hatten, einen Taubenschlag zu halten und zwar sowohl zur Züchtung und zum Handel, als auch für spezielle Nutzungen wie z.B. die Herstellung von Schwarzpulver für die neuen Waffen (über seine Bewahrung und Nutzung s. P. Foskolos, in Tinos, Geschichte und Kultur, B. A, 192) und für die Arbeiten bei den Steinbrüchen, wo das Schwarzpulver zum Marmorabbauen benutzt wurde, wie wir es aus einer Archiv-Bemerkung aus dem Jahr 1832 bezüglich des Baus der St. Zacharias

Kirche Kalloni erfahren (s. P. Fonsos, Die St. Zacharias Kirche, Abrechnung zum Schwarzpulverkauf).

Bezogen auf die Beschreibung der Struktur und der Bestandteile der Taubenschläge halte ich einen dreispaltigen einseitigen Artikel von Giannis Simiriotis veröffentlicht im Zeitraum 1977-1980 mit Fotos von 1975 aus dem Internet für den besten Text, welcher den antiken Charakter der Bestandteile der Taubenschläge von Tinos bestätigt.

Ein ausgezeichneter Volksdichter der Insel, Nikos Panorios aus Kardiani, verheiratet und sesshaft in Pyrgos, hat mir 2010 folgenden Vierzeiler aufgesagt, der alles Erwähnte zusammenfasst:

Auf unserer Insel gibt es viele Taubenschläge

seit vielen Jahren und vielen Jahrhunderten.

(Die Menschen) bauten ihre Fassaden und Dächer mit Eifer

und nahmen die jungen Tauben als Vorspeise für ihren Wein.

Ein anderer zeitgenössischer anonymer Tinos-Bewohner schrieb Folgendes zu den Taubenschlägen nach eigenen Recherchen im Internet: „ Die Taubenschläge sind etwas wie ein Klischee für Tinos geworden. Unter uns: dieses Thema ist so ‚misshandelt‘ und es gibt so viel Literatur darüber, dass, wenn man „googelt“, man eine Menge an Touristen-Informationen, einen Artikel in der Zeitschrift Archäologie über die Taubenschläge im mykenischen Griechenland und andere interessante Sachen findet. Wenn man „droit du colombier“ angibt, bekommt man auf Französisch eine Menge Artikel, die zusammenfassend folgendes besagen: „Die ältesten Taubenschläge sind in Ägypten zu finden. Nach Europa wurden sie von den Römern eingeführt. Ich habe nichts über Griechenland gefunden!“

Tatsache ist, dass das Internet kein Allheilmittel ist. Es gibt Studien und seriöse Artikel über den griechischen Raum und besonders über Tinos.

Ich möchte das Kapitel über die Taubenschläge mit einer wissenschaftlichen Studie der Architekten Petra und Michael Hatzipanagiotis beenden. In einem Vortrag in der Polytechnischen Hochschule von Athen 2002 haben sie dieses Thema in folgende Kapitel geteilt: Einleitung zum Thema Taubenschläge. Ortsnamen und Grenzen auf der Landschaft Tinos. Historische Untersuchung der Taubenhaltung mit Beispielen auch aus dem Ausland. Allgemeine Merkmale der Bauten, ihre Situierung. Typologische Anordnung aufgrund der Grundrisse begleitet von Plänen. Innenraumteilung und Registrierung der Bauelemente begleitet von Plänen. Anordnung nach den Fassaden. Detaillierte Beschreibung ihrer Anordnung, Dekorationsmotive, Bauweisen, Baupläne. Dekorationselemente der Mansarde, verschiedene Formen und Abdrucke.

Ich weiß nicht, ob ihre Arbeit mittlerweile veröffentlich worden ist, sie bildet jedoch das Gegenteil einer Doktorarbeit bei der Architektur-Fakultät in Bari des Jahres 1999-2000 (s. Anaclerio et alii).

Wenn die erstaunlich große Anzahl der Taubenschläge auf Tinos, welche „die Tausend überschritten hat, viele davon nah beieinander Mitte des 19. Jhd. gebaut“ (P. Foskolos, Das Taubenschläge-Recht, Zeit. Über Tinos, Bl. Okt.-Dez. 2010, 6), die große Nachfrage der Gesellschaft an Sonderspezialitäten, ergo an einer gewinnbringenden Exportware verpackt in Tzares (aus dem engl. Wort jar = Vorratskrug) andeutet, bildet der Ruf von Tinos als „die Insel der Tauben und der Taubenschläge“ dann vielleicht das Spiegelbild einer besonderen Vorliebe der Tinos-Insulaner, die uralt ist und auf den prähistorischen Namen der Insel als „Insel der Taubengöttin“ hinweist (s. oben den Abschnitt über Aphrodite-Diona und in Kap. II, N. 24, Kap. VI, N. 32 und Kap. VIII, N. 29 und 35). (Übersetzung ins Deutsche: Stelios Kanonis, Oktober 2012)

 




 






 



 

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